14 Minuten

Mit ICOs Geld verdienen | Lukrativ oder gefährlich?

Daniela Cherkova
10.04.2018

ICO bedeutet Initial Coin Offering und ist eine beliebte Methode des Crowdfundings, um Blockchain-Projekte zu finanzieren. Hierbei findet eine Distribution von Tokens durch einen Vorverkauf statt.

Dazu bietet man an, eine Kryptowährung zu erschaffen, und verkauft deren Einheiten im Vorfeld gegen Bitcoin oder andere Kryptowährungen, um damit die Entwicklung zu subventionieren. Sobald die Coins auf den Altcoin-Börsen erscheinen, können die Investoren sie mit einem Aufschlag verkaufen.

In der Regel werden ICO von jungen Unternehmen oder Start-ups genutzt, eher seltener führen bestehende Unternehmen einen ICO durch, um Anteile handelbar zu machen und die eigenen Besitzanteile zu verkaufen.

Für eine gute Idee mit einer ICO Geld verdienen

In den letzten 2 Jahren erlebten ICOs einen massiven Aufschwung und bereits im Jahr 2017 haben ICOs  1,8 Milliarden US-Dollar eingebracht. Weltweit gab es bisher mehr als 2000 ICOs, bei denen Start-ups insgesamt über 5,6 Milliarden Dollar Kapital mithilfe des Token-Verkaufs bzw. der Coins durch Investoren einnehmen konnten.

Darunter befanden sich auch einige Start-ups aus Deutschland (IOTA, Gnosis, Lisk, Raider, Simpletoken, SwipeStox), die mit einer ICO Geld verdienen konnten. Allein für das Jahr 2018 stehen über 100 deutsche Start-ups mit einer ICO bereit, darunter Bitwala, Savdroid, Wysker, CloudEO, und Brickblock.

Im Grunde hat eine ICO für die Gründer nur Vorteile, jedoch wird die eigentliche Idee, die hinter einer ICO steht, von vielen Gründern ad absurdum geführt, da der Dezentralisierungsansatz für viele Geschäftsmodelle keinen wirklichen Wettbewerbsvorteil schafft. Nichtsdestotrotz ist es gnadenlos brillant, mit einer ICO Geld zu verdienen und für eine gute Idee das notwendige Funding zu erhalten.

In diesem Artikel stellen wir Dir die Vor- und Nachteile sowie mögliche Risiken, Probleme und ein paar Best Practices für eine ICO bzw. für einen Token-Verkauf vor.

Token im Vergleich zu Aktien

Vergleicht man nun den Token-Verkauf mit dem Handel von Aktien an der Börse, gibt es einen entscheidenden Unterschied in der Utility bzw. der Benutzbarkeit. Aktien bilden ein Finanzkonstrukt von Unternehmensanteilen ab, wohingegen Token darüber hinaus eine Utility haben. Sie haben demzufolge einen Verwendungszweck, jedoch sei angemerkt, dass dies nicht immer so ist.

In manchen Fällen kann ein Token ebenso wie die Aktie nur einen Gewinnberechtigungsanteil abbilden. Obwohl viele ICOs momentan einen Utility-Token vorziehen, ist es in naher Zukunft vorstellbar, dass sich diese Tendenz in die andere Richtung bewegt. Dann würden Token, die einen Gewinnanteil abbilden, in den Fokus rücken.

Der Vorteil der Token gegenüber Aktien

Der Token bietet sogar einige Vorteile gegenüber der Aktien: Zum einen besitzt er einen Verwendungszweck und zum anderen ist es wesentlich einfacher, in eine Kryptowährung zu investieren als in Aktien.

Prinzipiell muss man sich lediglich auf Marktplätzen für Kryptowährungen anmelden und kann bereits die ersten Coins besitzen. Mithilfe von Smartphone Apps kann die digitale Währung gekauft und verwaltet werden.

Theoretisch ist dafür kein zusätzliches Wallet notwendig, denn auf vielen Marktplätzen sind Wallets bereits integriert. Da diese Seiten aber keine hundertprozentige Sicherheit gewährleisten können, empfiehlt sich eine Aufbewahrung im Cold Storage – sei es ein Wallet oder das Ledger-Hardware-Wallet (Ledger).

Mit ICOs Geld verdienen – ein schnell wachsender Markt

Die wohl erste bekannte ICO war Mastercoin, dessen Entwickler damals Bitcoins in Mastercoins eingetauscht hat. Er versprach den Investoren damals, dass der Mastercoin auf dem Bitcoin aufsetzen und Verträge bilden würde.

Er nahm mit seinem erfolgreichen Konzept rund 1 Millionen US-Dollar ein und später wurden die Mastercoin mit dem 10-fachen Preis gehandelt und es entstanden Counterparty und Omni. Diese Entwicklung hatte letztendlich zur Folge, dass BitFinex Anteil auf Omni-Basis ausgab.

Anhand der ICO kann man sehen, welche Bedeutung die Blockchain-Technologie für den Finanzmarkt hat. Mit Ethereum hat das gesamte ICO-Konzept mit der Ethereum-Foundation, die mehr als 10 Millionen Dollar (in Bitcoin) einnahm, ein völlig neues Level erreicht.

Im Anschluss daran konnten die Investoren die Ether für das 20- bis 40-fache verkaufen. Betrachtet man sich die Möglichkeiten, welche die ICOs bieten und vor allem das Potential Geld mit ihnen zu verdienen, ist es nicht verwunderlich, dass es ein schnell entwickelnder Markt ist.

Mit ICOs Geld verdienen – Der Vorteil gegenüber herkömmlichen Fundings

ICOs bieten eine Vielzahl an Vorteilen – für Investoren und Start-ups. Dabei kann man nicht nur innerhalb von wenigen Wochen ein paar Millionen Euro einsammeln, sondern muss dafür nicht einmal die Anteile am Unternehmen abgeben oder sich um das lästige Reporting sowie andere Verpflichtungen kümmern.

Goodbye Vesting- und Lookup Periods. Bei einem Exit fliest der Erlös vollständig in die Taschen der Gründer. So einfach, wie es zunächst aussieht, ist es dann doch nicht. Start-ups, die Geld einsammeln wollen, vermeiden den üblichen Weg über Risikokapitalgeber.

Und endlich spielen Banken in diesem Spiel nicht mehr mit. Außerdem bauen Start-ups durch den produktbezogenen Token gleichzeitig eine begeisterungsfähige Communityrund um Ihre Idee auf. Die meisten Tokens werden später zu einer neuen Währung, die wiederum Spekulanten und institutionelle Anleger aufmerksam macht und mit ins Boot holt.

Wie findet man die richtige ICO?

Tippt man in der Google-Suche den Suchbegriff “ICO-Liste” ein, erhält man eine Vielzahl an Suchergebnissen. Eine gute Übersicht über alle aktuellen ICOs inklusive Kurzbeschreibung und Datum, findet man auf CoinGecko.

Anhand eines Links gelangst Du direkt zur offiziellen Webseite der ICO, welches Videos, eine genaue Projektbeschreibung und das White Paper enthält. Aus Deutschland kann man leider nicht an allen ICOs teilnehmen.

Mit ICOs Geld verdienen – lukrativ oder gefährlich?

Mit ICOs Geld verdienen ist vielversprechend und ein Signal dafür, wie man eine Blockchain nutzt, um Eigentumsrechte an Token zu definieren, die im Zusammenhang mit der Wertsteigerung des entsprechenden Projekts stehen.

Anhand der Ethereum-Blockchain kann man die Token als Smart Contract sogar so anlegen, dass sie automatisch entstehen, wenn Ether an eine Adresse eingezahlt werden. In wenigen Minuten können sowohl Investoren als auch ICO-Gründer viel Geld verdienen.

Theoretisch benötigt das Start-up, das die ICO durchführt lediglich eine anscheinend interessante Idee, die Wettbewerbsvorteile verspricht, eine Webseite, ein White Paper und ein klein wenig Marketing. Daher steht es außer Frage, dass solche Angebote für Investoren mit Vorsicht zu genießen sind.

Es gibt unzählige ICOs, sodass es immer unübersichtlicher wird. Mit dabei sind unter anderem SmartO (STO), Signals (SGN), KoraNetwork (KNT), Gilgamesh (TBA) und SELFLLERY (YOU), um nur einige zu nennen. WelcheICO nun nebulös oder seriös ist, welches Projekt ernstgemeint oder nur heiße Luft ist, kann man auf den ersten Blick schwer erkennen.

ICOs sind riskant und daher solltest Du das Risiko nicht außer Acht lassen. Der Token-Verkauf wird auf der Seite des Projekts verwaltet, was wiederum bedeutet, dass die Betreiber die Seite jederzeit aus dem Netz nehmen können.

Außerdem sollte man sich darüber im Klaren sein, dass es unter anderem auch Jahre dauern kann, bis ein Projekt realisiert werden kann und die Coins endlich an einer Börse gehandelt werden können. Mithilfe einer durchdachten Analyse und sorgfältigen Auswahl kann man das Risiko jedoch ein Stück weit eingrenzen.

Mit ICOs Geld verdienen – Probleme

Durch Start-ups, die nur noch Geld in ihre Taschen raffen möchten, wird die eigentliche Idee hinter dem ICO-Konzept, durch den Schmutz gezogen. Dabei versuchen sie auf einem einfachen Weg an Geld zu gelangen und nehmen unerfahrene Investoren aus.

Leider muss man daher auch erwähnen, dass es bei ICOs leider zu viele dubiose Business-Modelle gibt, zu viele gierige ICO-Gründer und zu viele skrupellose Advisors (“Crypto Enthusiasts”). Sei daher vorsichtig auf welchen Webseiten, du auf den blinkenden Invest-Now-Button klickst.

Darüber hinaus erwirbt der Investor durch den Kauf der Token keine Anteile am Unternehmen und hat somit auch keine Aktionärsrechte, d. h. keine Ansprüche auf einen Exit-Erlös oder Dividenden-auszahlung. Auch keine Stimm- oder Auskunftsrechte. Der letztendliche Wert des Tokens ist abhängig vom Erfolg des Start-ups.

Mit ICOs Geld verdienen – Scam erkennen

Das Konzept der ICO eröffnet Betrügern ungeahnte Möglichkeiten, ohne Konsequenzen an Geld zu gelangen und dann von der Bildfläche zu verschwinden. Letztendlich ist ein Start-up nicht dazu gezwungen mit dem jeweiligen Projekt zu starten und mit den Coins an die Börse zu gehen.

Daher gibt es im Netz immer häufiger Fakeseiten, die Investoren täuschen sollen. Eine beliebte Strategie ist es, die tatsächliche Webeseite der ICO mit DDoS-Angriffen aus dem Netz zu katapultieren.

Dabei werden mithilfe von Social-Media-Kanälen und Messenger die URL des gefälschten Projekts an Investoren weitergeleitet, die fälschlicherweise ihre Bitcoins oder andere Kryptowährungen an die Kriminellen senden. Eine weitere Möglichkeit an das Kryptogeld der Investoren zu gelangen, sind Hackerangriffe auf die echte Projektwebseite.  

Eine weitere Möglichkeit der Manipulation sind die sogenannten Fake News, die zu Kursmanipulationen führen. Beispielsweise veröffentlichten Unbekannte gezielt falsche Informa-tionen, um den Kurs des Krypto-Tokens Genesis Vision (GVT) von 30 auf 45 US-Dollar zu pushen. Hierfür nutzten die Betrüger einen Twitter-Fake-Account, um einen Investment-Tipp als John McAfee zu verbreiten.  

Ebenso sollte man die Bedingungen der ICOs genau prüfen, denn einige verlangen einen hohen Mindestbetrag oder fordern den Beitritt zu Facebook-Fan-Seiten und anderen sozialen Netzwerken. Die Gründer versuchen dadurch den Anschein einer großen Community zu erwecken und möchten häufig Werbekosten sparen. Ein zu hoher Einstiegspreis kann auch ein Indiz für Betrug sein; eventuell möchte das Team schnell Geld sammeln und verschwinden.        

Prinzipiell gilt: Je niedriger man einsteigt, desto höher ist der Gewinn und desto kleiner das Verlustrisiko. Demzufolge ist es lohnenswert, in eine günstige ICO zu investieren, da man lukrative Gewinne erzielen kann, wenn der Coin herausgebracht wird. Kauft man für 1000 Dollar beispielsweise einen Coin für 0,01 Cent, der später für 1 Cent an der Börse getradet wird, hat man bereits ordentlich Profit gemacht.

Mit der richtigen ICO Geld verdienen: Eine sorgfältige Analyse

Nach dem letzten Abschnitt fragst Du Dich sicher, wie man bei einer unüberschaubaren Menge an Scam die richtige ICO mit Potential finden kann. Es gibt gute Neuigkeiten: Mithilfe einer durchdachten Analyse kannst Du die richtige ICO sorgfältiger auswählen. Es gibt einige Indikatoren, die Dir zeigen, dass eine ICO Scam sein könnte:

  • Unseriöse und übertriebene Werbung
  • Große Gewinnversprechen
  • Kein seriöses White Paper oder nur ein unzulänglicher Businessplan
  • Billiger Webauftritt
  • Keine detaillierten Angaben zum Projekt
  • Keine ICO-Gründer mit Lebenslauf bzw. keine Vorstellung des Teams
  • Zu kleines Team für die Umsetzung eines großen Projekts
  • Keine Angaben zur Marktkapitalisierung oder andere finanzielle Rahmenbedingungen
  • Teure Eintrittsbedingungen (Beträge über mehrere tausend Euro als Mindestbetrag)
  • Restriktive Teilnahmebedingungen

Aus unserer Liste an möglichen Indikatoren für einen Scam, erschließen sich teilweise auch die Auswahlkriterien für eine ICO mit Potential. Dr. Julian Hosp, einer der Mitbegründer von TenX mit Sitz in Singapur, stellt in seinem Beitrag ein 5-Punkte-Programm vor, anhand dessen man ICOs besser analysieren kann.

  1. Idee / Konkurrenten
  2. Ausführung / Entwicklung
  3. Team
  4. ICO-Struktur / Rechtliches
  5. Marketing / Kommunikation

Die 5 Punkte bieten Investoren einen guten Überblick, wurde jedoch um zusätzliche Punkte bzw. Fragestellungen erweitert. Ferner haben wir die Fragestellungen in unserem Artikel ein wenig geändert und verkürzt:

1. Idee / Wettbewerb

  • Löst das Unternehmen ein Problem?
  • Ist die Idee einzigartig / innovativ?
  • Gibt es Konkurrenz?
  • Wie groß ist der potentielle Markt?

2. Umsetzung / Entwicklungsstufe

  • Wie weit ist die Entwicklung vorangeschritten?
  • Ist es ein lebensfähiges Produkt / ein Prototyp?
  • Gibt es Kunden?
  • Gibt es eine gewisse Validierung von außen?
  • Gibt es eine glaubwürdige Roadmap?

3. Team

  • Gibt es eine Erfolgsbilanz?
  • Wer ist das Team und welche Erfahrungen / welchen Hintergrund hat es?
  • Wie gut sind die Developer?
  • Wer sind ihre Berater / Mentoren?

4. ICO-Struktur / Rechtliches

  • Wie ist die rechtliche Struktur der ICO?
  • Wie ist das Land?
  • Gibt es gesetzliche Einschränkungen?
  • Gibt es einen neutralen Mittelsmann?
  • Wofür wird das Geld verwendet?
  • Gibt es ein Whitepaper?

5. Marketing / Kommunikation

  • Ist das Team erreichbar?
  • Wie sieht es mit der Präsenz auf Social-Media-Kanälen aus?
  • Gibt es Infos und Antworten auf Fragen?
  • Ist die Werbung seriös?

Fazit

Mit einer ICO kann man auf unterschiedliche Weisen Geld verdienen – als Investor und als Gründer. Hast Du eine innovative Idee bzw. ein Blockchain-Projekt im Visier und möchtest dieses finanzieren, dann kannst du mit einer ICO Geld verdienen.

Doch auch als Investor hast Du die Möglichkeit lukrative Gewinne durch den Token-Kauf zu erzielen. Durch kleine Einsätze kannst Du große Gewinne erzielen. Allerdings nur, wenn die Projekte sorgfältig ausgewählt werden.

Mithilfe einer genauen Analyse kannst Du das Risiko und Potential einer ICO besser erkennen. Wir hoffen, dass Dir unser Beitrag Einblicke gegeben hat, wie auch Du mit ICOs Geld verdienen kannst.

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