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Welche Finanzierungsarten gibt es?

Daniela Cherkova
07.07.2017

Wenn ein Unternehmen Geld benötigt, um einen langfristigen Kapitalbedarf zu decken oder kurzfristig eine Finanzlücke zu schließen, gibt es unzählige Finanzierungsarten. Laut betriebswirtschaftlicher Definition meint der Begriff „Finanzierung“ im Grunde die Bereitstellung von Kapital. Diese sogenannte Finanzierung kann auf unterschiedliche Arten erfolgen – man spricht hier von Finanzierungsarten.

Die Finanzierungsarten – ein kurzer Überblick!

Hierbei wird nach der Einzahlungshäufigkeit (einmalig, fortwährend), nach der Herkunft der Finanzmittel (Innen- oder Außenfinanzierung) oder nach der Rechtsstellung des Geldgebers (Fremd- oder Eigenfinanzierung) unterschieden.

Die Kreditfinanzierung fällt unter die Fremdfinanzierung und Außenfinanzierung, wohingegen die Gewinnthesaurierung unter die Eigenfinanzierung und Innenfinanzierung fällt. Für das Unternehmen sind auch die Rechte und Pflichten, die mit den einzelnen Finanzierungsarten verbunden sind, wichtig. In diesem Zusammenhang spielt auch die Tilgungsdauer (kurzfristig, mittelfristig, langfristig) eine Rolle. Stellt ein Unternehmen beispielsweise Eigenkapital zur Verfügung, kann es den internen Geschäftsverlauf eigenmächtig bestimmen – anders ist dies bei der Fremdfinanzierung. Darüber hinaus gibt es auch eine Finanzierungsmischform, die als Mezzanines Kapital bezeichnet wird.

Im Folgenden klären wir daher was es mit den Begrifflichkeiten Innen- und Außenfinanzierung sowie Eigen- und Fremdfinanzierung auf sich hat. Hierbei möchten wir selbstverständlich auch konkrete Beispiele zur Verdeutlichung geben.

» Welche Finanzierungsarten sind die richtigen für mein Unternehmen?

Ob eine Unternehmensfinanzierung für Dein Unternehmen letztendlich sinnvoll ist, und welche Finanzierungsarten am besten zum Unternehmen passen, ist abhängig von den Zielsetzungen des Unternehmens. Die optimale Finanzierung richtet sich demzufolge danach, was Dein Unternehmen tatsächlich benötigt und manifestiert sich in der Finanzierungspolitik.

Daher sollten wir zunächst einen Schritt zurückgehen und klären, warum ein Unternehmen eine Finanzierung benötigt. Die Antwort auf diese Frage mag einfach sein: Das Unternehmen benötigt Geld. Allerdings ist in diesem Zusammenhang auch wichtig, wofür das Geld benötigt wird.

» Warum die Auswahl an unterschiedlichen Finanzierungsarten wichtig ist!

Grundsätzlich benötigt ein Unternehmen dann Geld, wenn es sich weiterentwickeln möchte oder eine Finanzlücke schließen muss. Im Einzelnen gibt es unterschiedliche Finanzierungsgründe:

  • Gründungsfinanzierung: Um ein Unternehmen gründen zu können, werden Finanzen bzw. Startkapital benötigt (z.B. Start-up-Unternehmen).
  • Umfinanzierung: Eine bestehende Finanzierung wird durch eine oder mehrere Finanzierungsarten ersetzt. Beispielsweise kann sich ein Unternehmen von einem Bankenkredit lösen und diesen durch Anleihen und Privatkredite ersetzen.
  • Wachstumsfinanzierung: Hierbei handelt es sich um eine gezielte Finanzierung, um dem Unternehmen zu Wachstum zu verhelfen. Meist wird die Produktentwicklung oder die Zeitspanne zwischen Lieferung und Zahlung der Produkte mit einer Finanzierung gedeckt. Besonders Start-up-Unternehmen benötigen bei Geschäfts-gründung Maschinen, Möbel und Materialien.
  • Sanierungsfinanzierung: Ebenso benötigen Unternehmen für Sanierungsmaßnahmen das nötige Kapital.
  • Akquisitionsfinanzierung: Nicht selten spielt ein Unternehmen mit dem Gedanken ein anderes Unternehmen zu erwerben bzw. zu übernehmen. Auch hierfür kann Kapital mittels einer Finanzierung aufgenommen werden.

Es können unterschiedliche Anlässe für eine Unternehmensfinanzierung zugrunde liegen, und nicht alle Finanzierungsarten sind optimal auf die Unternehmensziele und die Ansprüche des Geschäftsinhabers abgestimmt.  Doch glücklicherweise gibt es eine Vielzahl an Finanzierungsarten!

Finanzierungsarten

1. Innen- und Außenfinanzierung

Hinsichtlich der Kapitalherkunft unterscheidet man zwischen den beiden Finanzierungsarten:  

Hier ist die Kapitalherkunft des Geldes entscheidend, d.h. die Frage „Woher kommt das Geld?“ muss geklärt werden. Diese Art der Finanzierung kann sowohl durch finanzielle Mittel als auch durch eine Kapitalaufbringung mittels Gegenstände (z.B. Maschinen, Fuhrpark) oder Rechte (z.B. Patente) erfolgen.

Innenfinanzierung

Die Innenfinanzierung bezeichnet Finanzierungen, die ohne jegliche Kapitalgeber von außen erfolgt. Im Gegensatz zur Außenfinanzierung wird hierbei kein Geld von Banken, Privatinvestoren oder Aktionären in Anspruch genommen. Im Grunde kann die Innenfinanzierung sowohl als Eigenfinanzierung als auch als Fremdfinanzierung (z.B. Rückstellungen) erfolgen. Bei der Innenfinanzierung handelt es sich demzufolge um eine Finanzierung, die von innen heraus – aus eigener unternehmerischer Kraft – erbracht wird.

Erzielt ein Unternehmen ausreichend Gewinn, so kann dieses Kapital zur Finanzierung (Gewinnthesaurierung) unterschiedlicher Maßnahmen verwendet werden (Seminare für Mitarbeiter, Sanierungsarbeiten etc.). Das nicht benötigte Kapital wird veräußert, um dieses für die Innenfinanzierung zu verwenden. Unter anderem kann das Unternehmen auch Maschinen, Mobiliar oder Gegenstände veräußern und die erwirtschafteten Einnahmen für andere Zwecke aufbringen (Vermögensumschichtung, Abschreibungen).  

Formen der Innenfinanzierung:

Unter den Finanzierungsarten ist die Innenfinanzierung nicht unbedingt die beste Wahl für jedes Unternehmen. Überdies setzt sie auch ein gewinnbringendes Unternehmen voraus, welches wiederum die finanziellen Mittel für eine Innenfinanzierung aufbringen kann. Insbesondere Start-up-Unternehmen können in der Gründungsphase nicht auf Gewinne zurückgreifen, sondern sind auf externes Kapital – eine Außenfinanzierung – angewiesen.

Die unterschiedlichen Finanzierungsarten bergen ebenso verschiedene Vorteile und Nachteile.

Außenfinanzierung

Im Vergleich zu anderen Finanzierungsarten bietet die Innenfinanzierung eine Vielzahl an Vorteilen und wendet kein externes Kapital auf. Dabei kann das Kapital zum Vermögenszuwachs und als Vermögensumschichtung eingesetzt werden, allerdings ist eine Planung und Steuerung nur begrenzt möglich und steht in Abhängigkeit zurechtlichen Regelungen.

Die Außenfinanzierung bezeichnet eine Finanzierung, die von außen kommt und nicht vom Unternehmen selbst geleistet wird. Die Außenfinanzierung kann als Eigen- oder Fremdfinanzierung erfolgen. Das Kapital kann dabei von externen Kapitalgebern (Banken, Investoren) stammen oder von Gesellschaftern des Unternehmens. Oftmals wird eine Kapitaleinlage vom Gesellschafter vorgenommen, indem dieser sein Privatvermögen zur Verfügung stellt. Für die Deckung kleinerer Finanzlücken bietet sich diese Finanzierung gegenüber anderen Finanzierungsarten sicherlich an, jedoch ist es für die Deckung höherer Summen nicht unbedingt sinnvoll.

Durch eine Beteiligung weiterer Gesellschafter gelangt Kapital in das Unternehmen und gleichzeitig werden Anteile an neue Gesellschafter abgetreten. Ferner sind auch klassische Kredite und Darlehen von Banken oder Privatinvestoren denkbar. Doch auch das Leasing und das Factoring zählt zu einer Form der Außenfinanzierung. Beim Factoring werden offene Forderungen an Factoring-Dienstleister verkauft, welche das Unternehmen auszahlen und die offenen Forderungen übernehmen.

Formen der Außenfinanzierung

  • Kapitaleinlagen
  • Beteiligung (Beteiligungsfinanzierung
  • Kredite und Darlehen (Kreditfinanzierung)
  • Leasing
  • Factoring

Innerhalb der einzelnen Formen der Außenfinanzierung gibt es zahlreiche Unterkategorien, in welche beispielsweise die Kredit- und Beteiligungsfinanzierungunterteilt werden kann:

Bei dieser Finanzierung können, anders als bei anderen Finanzierungsarten, Kapitalbeschaffungs-kosten entstehen. Die Außenfinanzierung ist meist mit Zins-, Tilgungs- oder Dividendenzahlungen verbunden, was wiederum die Liquidität des Unternehmens belasten kann. Bei einer Eigenfinanzierung entstehen jedoch meist keine Kosten, dafür verfügt das Unternehmen über langfristiges Kapital während auch die Kreditwürdigkeit steigt.

Im Grunde kann man also festhalten, dass gewisse Finanzierungsarten der Außenfinanzierung sinnvoll sind (Kapitaleinlagen, Beteiligungen), wohingegen andere hohe Kosten verursachen (Bankkredite und Darlehen). Wie Du bereits gemerkt hast, ist die Einteilung der Finanzierungsarten in Innen- und Außenfinanzierung nicht so einfach, da noch eine weitere Einteilung in Eigen- und Fremdfinanzierung vorgenommen wird. In diesem Zusammenhang spielt es eine Rolle, welche Rechtsstellung der Geldgeber hat (Haftung) und in welcher Form das Geld in das Unternehmen gelangt: Eigen- oder Fremdkapital.

2. Eigen- und Fremdfinanzierung

Eigenfinanzierung

Bei der Eigenfinanzierung wird das zur Verfügung stehende Geld zum Eigenkapital des Unternehmens.  Dabei kann der Geldgeber Einfluss auf die Einsatzmöglichkeiten des Geldes und die Unternehmensstrategie nehmen. Gleichzeitig ist der Geldgeber von nun an Gewinnbeteiligter. Im Falle eines Konkurses ist die Kapitaleinlage jedoch verloren.

Fremdfinanzierung

Anders sieht es allerdings bei der Fremdfinanzierung aus, denn hier wird das Geld zwar in das Unternehmen eingezahlt, aber auch wieder zurückgezahlt. Das Fremdkapital ist nicht langfristig und unbegrenzt verfügbar, sondern muss meist inklusive von Zinsen zurückgezahlt werden. Anders als bei der Eigenfinanzierung hat der Geldgeber kein Mitspracherecht bei Unternehmensentscheidungen.

Möchte man bei einer Bank ein Darlehen aufnehmen, so prüft diese die Kreditwürdigkeit des Darlehensnehmers und verlangt gleichzeitig Kreditsicherheiten. Diese Kreditsicherheiten können in Form von Bürgschaften, Hypotheken, Pfandrecht, Sicherungsübereignung und Eigentumsvorbehalt gegeben werden. Doch insbesondere Unternehmensgründer können diese Anforderungen nicht erfüllen und werden von Banken abgelehnt.

Wer außerdem bei der Inanspruchnahme von Fremdkapital keine horrenden Gebühren und Zinsen an Banken zahlen möchte, sollte sich nach Finanzierungsalternativen umschauen. Eine davon ist das P2P Kredit-Lending, bei welchem Privatinvestoren Kredite mit attraktiven Zinsen vergeben.  

Fazit zu den unterschiedlichen Finanzierungsarten

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine Innenfinanzierung – eine Finanzierung aus eigener Kraft heraus – mit Sicherheit die erste Lösung eines Unternehmens sein sollte, um vorhandene Finanzlücken zu schließen oder in neue Maßnahmen (Sanierungen, Fuhrparkerweiterung, Maschinen etc.) zu investieren.

Ein ertragreiches Unternehmen kann problemlos auf den Gewinn zurückgreifen und diesen für notwendige Investitionen aufbringen. Weitere Finanzierungsarten der Innenfinanzierung sind Abschreibungen, Vermögensumschichtungen und Rückstellungen.

Obwohl die Innenfinanzierung stets die naheliegendste Lösung für einen finanziellen Ausgleich sein sollte, ist diese Option leider nur einigen Unternehmen vorbehalten. Insbesondere Start-up-Unternehmen, die zu Beginn der Unternehmensgründung noch keine Gewinnausschöpfungen haben, können sich nicht auf finanzielle Mittel aus Gewinnen stützen.

In diesem Fall muss auf eine Außenfinanzierung zurückgegriffen werden. Besitzt der Geschäftsinhaber oder Gesellschafter jedoch ausreichend Privatkapital, so kann er dieses dem Unternehmen als Eigenkapital zuschreiben. Ebenso können neue Gesellschafter durch eine Beteiligung Kapital in das Unternehmen bringen.

Sind die genannten Möglichkeiten nicht für das Unternehmen gegeben, so muss es auf Außenfinanzierungen zurückgreifen. Der nächste Schritt ist daher meist die Beantragung eines herkömmlichen Kredits oder Darlehens bei der Bank. Allerdings ist auch die Gewährung eines Kredits während der Gründerphase ein zeitaufwendiges Unterfangen und meisten werden Unternehmensgründer aufgrund von fehlenden Kreditsicherheiten oder einer unzureichenden Bonität abgelehnt.

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