11 Minuten

Neue Amazon Gebühren – Das solltest Du wissen!

Daniela Cherkova
27.10.2017

In den letzten Monaten haben sich die Amazon Gebühren in vielen Bereichen des Marketplace geändert. Dies führt sowohl bei Verkäufern als auch bei Käufern zu Verunsicherungen, da einige Nutzer nicht genau wissen, was sich letztendlich für sie geändert hat.

Unter anderem schaffte Amazon zum 1. September 2017 nicht nur die Mindestgebühren für Artikel ab, sondern änderte auch das Gebührenmodell für FBA und erhöhte die Amazon Gebühren für den Lieferservice Prime Now.

Da man durch eine Vielzahl an Änderungen leicht den Überblick verliert, haben wir alle wichtigen Amazon Gebühren für Dich recherchiert und in diesem Artikel zusammengetragen.

Amazon Gebühren: Prime Now

Zu den akutellen Änderungen der Amazon Gebühren zählt die Erhöhung der Gebühr für den Lieferservice Prime Now. Der Mindestbestellwert für eine Gratis-Lieferung beträgt von nun an nicht mehr 20€, sondern 40€. Sobald der Bestellwert unter dem Mindestbestellwert liegt, berechnet Amazon 3,99€.

Für eine schnelle Lieferung müssen Kunden nun statt 6,99€ sogar 7,99€ zahlen. Der weltweit erfolgreiche Marketplace trumpft dabei ohne vorherige Ankündigung oder Erklärung auf und verunsichert damit seine Käufer.

Selbstverständlich stellt ein schneller Versand von Lebensmitteln auch für ein großes und erfolgreiches Unternehmen eine logistische Herausforderung dar, denn es wird allzeit verfügbares Personal benötigt und gesetzliche Bestimmungen müssen einhalten werden. Diesen logistischen und personellen Aufwand lässt sich das Unternehmen durch die Amazon Gebühren königlich bezahlen.

Doch leider schneidet sich der Marketplace auch ein wenig selbst ins Fleisch, denn höhere Kosten sind oftmals auch mit weniger Kaufabschlüssen verbunden. Kunden neigen dazu, zu zögern, wenn die Preise ihres Erachtens zu hoch sind. Durch die hohen Amazon Gebühren des Prime Now Service sind die einst vom Unternehmen gepriesenen “Spontaneinkäufe” hinfällig.

So dachten begeisterte Kunden noch einst “schnell noch eine Kleinigkeit liefern lassen”, doch machen die hohen Liefergebühren das Vorhaben absolut uninteressant. Dies kann dazu führen, dass sich die Kunden auf lange Sicht von Amazon als Lebensmittellieferant vollständig abwenden und nach Alternativen Ausschau halten. Dies ist wiederum für Start-ups eine interessante Angelegenheit, die eventuell den Markt erobern möchten.

Amazon Gebühren: Mindestgebühren für Artikel

Eine der zahlreichen Änderungen der Amazon Gebühren ist die Abschaffung der Mindestgebühren für Artikel, die über die Plattform verkauft werden. Bisher hat Amazon Verkäufern eine Gebühr in Höhe von 15% des Verkaufspreises veranschlagt. Das heißt, dass nach diesem Modell auch Gebühren für sehr geringe Umsätze erhoben wurden.

Wer Artikel zu sehr niedrigen Preisen anbieten wollte, musste eine Gebühr von 0,50€ zahlen und hat daher mit diesen Artikeln kaum Gewinn machen können. Da Amazon für jeden einzelnen Artikel einen EAN-Code benötigt, konnten Händler auch keine Paketpreise (z.B. 3 Artikel für 5,00€) anbieten.

Fortan berechnen sich die Gebühren nach dem Gesamtverkaufspreis (inkl. Versand und Verpackung) des Händlers. Diese Variante scheint für Händler eine bessere Lösung zu sein, da nun auch Artikel zu niedrigen Preisen auf Amazon verkauft werden können.

Doch was hat sich Amazon bei dieser Änderung wirklich gedacht? Zum einen soll die Abschaffung der Mindestgebühren zu einem transparenteren Verkaufen auf Amazon führen und Händlern faire Gewinne ermöglichen.

Bisher mussten Händler stets eine Mindestgebühr von 0,50€ zahlen, wenn der Artikel unter einem gewissen Verkaufswert lag. Doch durch die neuen Amazon Gebühren werden nach aktuellem Stand die üblichen 15% auch für Artikel mit niedrigen Preisen berechnet. Dies führt zu verhältnismäßig besseren Gebühren.

Diese Änderung der Amazon Gebühren ist zunächst einmal für alle Händler interessant, die kleinpreisige Artikel verkaufen. Die schlechte Nachricht ist allerdings, dass Amazon dieses Gebührenmodell zunächst testen möchte und sich vorbehält, die alten Regelungen wieder in Kraft zu setzen.

Amazon Gebühren: Versand durch Amazon – FBA

Seit 1. Juni 2017 hat der erfolgreiche Versandgigant auch die Amazon Gebühren für FBA geändert. Zunächst kam eBay mit einem neuen Gebührenmodell hervor und als nächstes folgte Amazon. Es scheint als würden die beiden Giganten es Online-Händler besonders schwermachen wollen.

Selbst wenn es den Anschein macht, als ob man Amazon Händlern entgegenkommen möchte, hat sich das Unternehmen im Juni dazu entschieden seine Preise im Fulfillment-Sektor anzuheben. Dies betrifft vor allem Händler in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien und Italien. Als Erklärung liefert das Unternehmen die Änderungen für Versand, Lagerung, Transport und Kundenservice.

Versandgebühren

Bevor man die geltenden Gebühren ermitteln kann, muss man die relevanten Produkttypen und Größenkategorien für das Produkt bestimmen. Dabei wird zwischen Nicht-Medienprodukten, Medienprodukten und Produkten mit Übergröße unterschieden.

Seit 1. Juni 2017 hat Amazon die Versandgebühren für Nicht-Medienprodukte in Standardgröße und Übergröße erhöht und gleichzeitig die Versandgebühren für Medienprodukte am 1. August 2017 angeglichen.  Die folgende Übersicht zeigt die neuen Amazon Gebühren für FBA.

Quelle: Amazon FBA Gebühren

Monatliche und langfristige Lagerkosten

Doch nicht nur die Amazon Gebühren für den Versand ändern sich, sondern auch die Lager- und Rücksendungskosten. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Waren in Deutschland, Frankreich, in der Tschechischen Republik oder in Polen gelagert werden. Die Amazon Gebühren für die Lagerung steigen von 12,50€/m³ auf 20,00€/m³. Zwischen Oktober und Dezember betragen die Kosten sogar 28,00€ pro Kubikmeter.

Quelle: Amazon FBA Gebühren

Rücksendungskosten

Doch damit ist leider noch nicht genug, denn ab dem 23. Oktober 2017 erhebt Amazon Gebühren für die Warenrücksendung in der Kategorie “Bekleidung” und “Schuhe”. Diese Amazon Gebühren fallen für alle Artikel an, die aus lokalen Lagerbeständen oder europäischen Versandnetzwerken innerhalb von Europa versendet werden. Die Gebühr entfällt lediglich dann, wenn Amazon entsprechend ihrer Richtlinien für verlorene oder beschädigte Artikel die Kosten übernimmt.  

Quelle: Amazon FBA Gebühren

Möchtest Du die Amazon Gebühren griffbereit haben, dann lade Dir am besten das PDF von Amazon herunter und nutze auch den Gebührenrechner und den Einnahmenrechner.

So berechnest Du die Amazon Gebühren für FBA

Lohnt sich der Verkauf eines Produkts? Mit wenigen Mausklicks kann man das mit entsprechenden Tools und Software herausfinden. Bevor Du Dich endgültig für ein Produkt entscheidest, solltest Du genau berechnen, ob sich der Verkauf lohnt.

Wie hoch sind die Amazon Gebühren und die Marge für das entsprechende Produkt? Stimmen diese beiden Faktoren nicht, wirft der Artikel keinen Gewinn für Dich ab. Daher erklären wir Dir kurz, wie Du die Amazon Gebühren am besten einkalkulierst.

Möchtest Du auf Amazon erfolgreich verkaufen, dann muss Du eine durchdachte Verkaufsstrategie haben und Kosten exakt kalkulieren. Hierfür kannst Du Software oder den FBA-Gebührenrechner verwenden.

Insbesondere, wenn man ein neues Produkt auf Amazon verkaufen möchte, kann es sehr hilfreich sein, die Amazon Gebühren vorab zu berechnen. Somit behält man den Überblick über Marge, Gewinn und Gebühren.

Quelle: Einnahmenrechner FBA

Im FBA-Rechner kannst Du alle notwendigen Daten eingeben, um die Amazon Gebühren zu berechnen. Dabei hat man die Möglichkeit den Artikelpreis sowie die Versandgebühren durch den Versand von Amazon oder die Kosten bei Versand durch den Verkäufer zu einzutragen.

Die Versandkosten, die für FBA anfallen, können aus der entsprechenden Gebührentabelle auf der Amazon Webseite entnommen werden. Anhand der gemachten Angaben kann der Rechner dann die Gesamteinnahmen sowie die Gesamtkosten ermitteln.  

In zusätzlichen Spalte zeigt der Rechner auch den Nettoerlös und die Kosten des Produkts an. Ebenso wird auch die Netto-Profitabilität mit Nettogewinn und Netto-Gewinnspanne für den Verkäufer anhand des Programms bestimmt.

Bei Bedarf gibt es auch umfangreichere Rechner für die Ermittlung der Amazon Gebühren, die wiederum Steuern, Zoll und Retouren berücksichtigen.  Ein FBA-Rechner erspart Dir nicht nur viel Arbeit und Zeit, sondern unterstützt Dich professionell bei einer aufwändigen Produktkostenkalkulation.

Wie berechnet man die Amazon Marge?

Zunächst einmal ist der Einkaufspreis entscheidend, danach kalkuliert man die Versandkosten, Lagerkosten, Importgebühren und Frachtkosten dazu. Falls die Artikel eingeflogen oder verschifft werden, wird auch eine Einfuhrumsatzsteuer und die Importverwaltungsgebühr fällig. Gegebenenfalls fallen auch Rücksendungskosten an, die unbedingt berücksichtigt werden sollten.

Beispiel: Gehen wir davon aus, dass der Einkaufspreis pro Stück 10,00€ beträgt und wir 1.000 Einheiten bestellen. Demzufolge ist der Gesamtwert unserer Sendung 10.000€ (.1000 * 10,00€). Der Transport kostet 1.500€ und die Einfuhrumsatzsteuer liegt bei 19% für Waren und Transport. Somit haben wir eine Steuerlast von 2.185€ (0.19 (10.000€+ 1.500€)).

Nehmen wir an, dass der Zollsatz 5% beträgt, sind diese weitere 500€. Hinzukommen Verwaltungsgebühren von 15,00€. Möchte man wissen, wie viel das einzelne Produkt kostet, muss man die ermittelten Kosten durch die bestellten Einheiten dividieren.

(EK + Frachtkosten + Zoll + Einfuhrumsatzsteuer + Verwaltungsgebühren) / Einheiten = Preis des Produkts

10.000€ + 1.500€ + 500€ + 2.185€ + 15€ / 1.000 = 14.200€ / 1.000 = 14,20€

Um die Marge zu errechnen, muss man wissen, zu welchem Preis das Produkt verkauft werden soll und davon zieht man die Verkaufs- und Versandgebühren ab. Verkauft man den Artikel für 25.00€, dann fallen bei Amazon 15% auf den Verkaufswert an. Dies entspricht 3,75€ Amazon Gebühren. Betragen die Versandgebühren 2,14€, ergibt sich folgende Marge:

Verkaufspreis – Verkaufsgebühr – Versandgebühr – Preis des Produkts = Marge

25€ – 3,75€ – 2,14€ – 14,20€ = 4,91€ Marge

Fazit

Wir hoffen, dass wir Dir einen Überblick über die neuen Amazon Gebühren verschaffen konnten, sodass Du alle Kosten bei Deinem Online-Handel einkalkulieren kannst.

Einerseits bietet Amazon durch die Abschaffung der Mindestgebühr Verkäufern von Artikeln zu niedrigen Preisen die Chance fairen Handel zu betreiben ohne unverhältnismäßige Amazon Gebühren zahlen zu müssen.

Andererseits muss man im Hinterkopf behalten, dass diese Anpassung sich lediglich in der Testphase befindet.  Im Grundlegenden sollte man als Amazon FBA Händler unbedingt die Kosten für Lagerung, Versand und Retoure im Auge behalten und genau kalkulieren, ob sich der Handel mit dem entsprechenden Produkt rentiert.

Mithilfe des Einnahmerechners und des Gebührenrechners erhalten Händler eine einfache Möglichkeit, Ihre Einnahmen und Gebühren vorab zu berechnen.

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